TaiChi

TaiChi ist eine Jahrhunderte alte Bewegungsmeditation, die ihren Ursprung in den Kampftechniken in China hatte. In früheren Jahrhunderten waren daoistische und buddhistische Klöster, die sich dort häufig in einsamen Gegenden befanden, bei gewalttätigen Angriffen auf ihre Selbstverteidigung an­gewiesen. Die dort lebenden Mönche waren mit den allen Lebewesen innewohnenden energetischen Vorgängen (Qi, Jing und Shen) vertraut und kultivierten im Laufe von Jahrhunderten den Gebrauch dieser Energien in eine Bewegungsform, die uns heute unter Anderem als TaiChi oder Taiqijuan be­kannt ist. Bis zum 19. Jahrhundert wurden diese Kampftechniken ausschließlich in den Klöstern vom Meister zum Schüler weitergegeben.

Ab etwa diesem Zeitpunkt wurden diese Kampftechniken, in eingeschränkter Form, der breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ausgehend von einer Familie haben sich bis heute die klassi­schen 5 Stile erhalten, die als Form von fünf Familien entwickelt wurden.

Der Stil, der bei uns unterrichtet wird, geht auf den Stil der Familie Yang zurück und wurde von Meister Moy Lin Shin (*1931, †1998), einem Mönch, der von China über Hongkong nach Kanada emigrierte, weiterentwickelt.

Der von Meister Moy Lin Shin entwickelte Stil ist durch die klassische Langform mit 108 Bewegun­gen in Verbindung mit Elementen des QiGong geprägt. Beide Formen erlernte er bei unterschiedli­chen TaiChi- und QiGong-Lehrern und kombinierte diese derartig, dass sie zu seiner Gesundung von einer langen Krankheit geführt hatten.

Der Stil von Meister Moy zeichnet sich durch seine langsamen und geschmeidigen Bewegungen aus, die den Anteil der Kampftechnik nur noch ansatzweise in der Bewegung und in der Bezeichnung der einzelnen Figuren enthält. Der Schwerpunkt seines Stils liegt auf der Gesunderhaltung, der Prä­vention und der Rehabilitation und ist in seiner Form und Ausführung einzigartig.

Kontinuierliches Training zeigt seinen Effekt in der Zunahme von Beweglichkeit und Stabilität der körperlichen Struktur. Es hat jedoch auch starke Auswirkungen auf die mentale Gesundheit.

Die physischen Vorteile bestehen in

  • höherer Flexibilität im Gegensatz zu Verkrampfung, besserer Balance, Stärkung des Immun­systems, Verbesserung der Herz- und Kreislaufvitalität und der motorischen Koordination.

  • reduzierten Schmerzen und Verspannungen, vor Allem im Schultergürtel- und Rückenbe­reich. TaiChi sorgt für verbesserten Schlaf, bringt verbrauchte Energie zurück und harmoni­siert die körperlichen Funktionen.

Die mentalen Vorteile bestehen

  • in der Ausbildung von mehr Gelassenheit, Ausgeglichenheit und Achtsamkeit und erzeugen damit ein niedrigeres Stressniveau. Ängste werden reduziert und die Fähigkeit zur Entspan­nung verbessert, die Konzentration und die Wahrnehmung von Wohlbefinden nehmen zu.